Der Betriebssystem-Leitfaden für die Generation 50plus

Keine andere Software ist so wichtig wie ein Betriebssystem. Aber was ist ein Betriebssystem überhaupt und was sind die Aufgaben eines Betriebssystems?

Die einzelnen Betriebssysteme für Personal Computer, deren Stärken und Schwächen sowie die Installation eines Betriebssystems beschreibe ich in weiteren Artikeln ausführlicher. Auf dieser Seite geht es um die Grundlagen und die Geschichte der Betriebssysteme für Personal Computer.

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Was ist ein Betriebssystem überhaupt?

Ein Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung bzw. den Betrieb eines Computers ermöglicht. Das Betriebssystem, englisch: operating system (OS), verwaltet die Betriebsmittel wie Prozessor, Speicher, Ein- und Ausgabegeräte, Netzwerk- und Schnittstellenadapter und steuert die Ausführung der Programme. Kurz gesagt lassen sich die Aufgaben eines Betriebssystems wie folgt zusammenfassen: Verwaltung der angeschlossenen Geräte, Benutzerführung, Verwaltung des Speicherplatzes für Anwendungen, Verwaltung der Prozessorzeit sowie Laden und Unterbrechung von Programmen.

Entwicklung der Betriebssysteme

Die ersten Rechner besaßen noch gar keine Betriebssysteme, da sie entweder mechanisch funktionierten (z.B. Abakus, Rechenschieber) oder einem bestimmten Zweck dienten. So wurden die Rechner Mark I sowie ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer) zur Berechnung von ballistischen Daten verwendet und der Colossus diente speziell der Dechiffrierung von Nachrichten des deutschen Militärs. Der 1941 von Konrad Zuse gebaute Z3 war der erste funktionsfähige Digitalrechner sowie der erste programmierbare und turingmächtige Rechner der auf dem binären Zahlensystem funktionierte.

Zeichnung des Z3 von 1939

Erst der Einsatz des Transistors (1947) und die Erfindung der Mikroprogrammierung (1955) ermöglichten die Anwendung ganzer Modellreihen von Rechnern statt Einzelmaschinen. 1964 führte IBM mit der Computer-Modellreihe System/360 das Betriebssystem OS/360 ein. Es war das erste Betriebssystem, das modellreihenübergreifend eingesetzt wurde. Ab 1969 war das Betriebssystem Multics (Multiplexed Information and Computing Service) im Einsatz. Es wurde ab 1963 in Zusammenarbeit von MIT (Massachusetts Institute of Technology), General Electric und den Bell Labs von AT&T entwickelt. Multics wurde zum Vorläufer für die Entwicklung von Unix.

1969 erstellte Ken Thompson als Alternative zu Multics die erste Version des Mehrbenutzer-Betriebssystems Unix.

Der Xerox Alto wurde 1973 am Forschungszentrum Xerox PARC (Palo Alto Research Center) entwickelt und war der erste Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI). Den ersten kommerziellen Einsatz einer grafischen Benutzeroberfläche zeigte 1981 der Xerox Star.

1974 entwickelte Gary Kildall das Betriebssystem CP/M (Control Program/Monitor), das er 1975 in der Version 1.0 fertig stellte. Es war das erste plattformunabhängige Betriebssystem. Entwickelt wurde CP/M für die Mikroprozessoren Intel 8080 und Zilog Z80. CP/M war der Ursprung von DOS (Disk Operating System), eines kleinen und einfachen Betriebssystems.

1979 besuchte der Apple-Mitbegründer Steve Jobs mit einigen seiner Entwickler den Xerox PARC. Von der grafischen Benutzeroberfläche des Xerox Alto inspiriert entwickelten sie 1983 den Apple Lisa, den ersten Personal Computer, der über eine Maus und ein Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche verfügte. Das Modell war bei einem Preis von 10.000 US-Dollar aber nur schwer verkäuflich. Der erste Mac, der Macintosh 128k, wurde am 24. Januar 1984 von Steve Jobs vorgestellt. Das Betriebssystem des Macintosh hatte ursprünglich keinen Namen und wurde nur „System“ (mit angehängter Versionsnummer) genannt.

MS-DOS Version 1.0 erschien 1981 als Nachbildung von CP/M und wurde für IBM-PC (x86-Prozessor) eingesetzt. Es war in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren das dominierende Betriebssystem für Einzelplatzrechner.

1983 wurde von der Firma Microsoft das Betriebssystem Windows angekündigt und erst im Mai 1986 kam dann die Version Windows 1.0 auf den Markt. IBM und Microsoft zusammen entwickelten 1987 das Betriebssystem OS/2. Diese Kooperation wurde 1991 von Microsoft beendet, da man sich der Weiterentwicklung von Windows widmen wollte.

In der Newsgroup comp.os.minix kündigte 1991 der finnische Student Linus Torvalds die erste stabile Version eines freien Unix-ähnlichen Betriebssystems für den PC an. Linux war geboren.

Wie sieht die Nutzung der Betriebssysteme im PC-Bereich heute aus?

Windows von Microsoft ist der Platzhirsch unter den Betriebssystemen und liegt mit über 93 % klar vorn. Das ist sozusagen ein Quasi-Monopol. Dahinter rangieren Mac mit etwa fünf und Unix/Linux mit etwas über einem Prozent.

Das soll es für den Einstieg zu den Grundlagen der Betriebssysteme erst einmal gewesen sein.