Vorgestern war es wieder soweit. Selbst die ansonsten als kühl bezeichneten Bremer standen sich frühmorgens vor den Apple-Geschäften die Beine in den Bauch, um eines der begehrten Exemplare zu ergattern. Grund war die Markteinführung des iPad in Deutschland.
Was aber treibt ansonsten eher verhaltene Menschen dazu, sich wegen eigentlich normaler Produkte der Unterhaltungsbranche anzustellen? Warum sind es seit Jahren ausgerechnet die Produkte aus dem Hause Apple, die derart angesagt sind? Diese Fragen werde ich heute genauer unter die Lupe nehmen. Als zusätzliches Lesefutter gibt es noch weitere grundlegende Informationen zu der Ideenschmiede aus Cupertino/Kalifornien.
Wann und wie entstand Apple überhaupt?
Die Apple Computer Company wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald
Wayne gegründet. Die Firma wurde mit einem eher geringen Anfangskapital aus den Verkäufen des HP-Taschenrechners von Wozniak sowie des VW-Bullys von Jobs gestartet. Während Steve Jobs und Steve Wozniak die Elektronikbastler waren, kam Ronald Wayne als Grafiker aus der kreativen Ecke. Die ersten Exemplare des Apple I wurden von dem Bastler Steve Wozniak in Handarbeit in der Garage von Steve Jobs gelötet. Der lokale Computerhändler Byte-Shop hat die ersten 25 Ausfertigungen für jeweils 666,66 Dollar gekauft. Aus den ersten Gewinnen wurde dann die Entwicklung des Nachfolgemodels Apple II finanziert.
Anfang 1977 wurde Apple in eine Gesellschaft umgewandelt. Wenige Monate nach diesem Ereignis verkaufte Ronald Wayne seinen Besitz von 10 % für 800 Dollar. Als Begründung führte er an, dass er kein Vertrauen mehr in die Firma habe. Wie dumm, denn heute wären seine Anteile einige Milliarden wert. Bereits 1980 war Apple zu einer weltweit bekannten Marke geworden und machte seine Besitzer Jobs und Wozniak zu Millionären.
Der Apple II galt seinerzeit als erfolgreichster PC und verkaufte sich über 2 Millionen Mal. Er trug erheblich dazu bei, dass die nachfolgenden Flops mit dem Apple III sowie dem Lisa ausgeglichen werden konnten. Mit dem Gewinn aus dem Apple II konnte die Entwicklung und Vermarktung des Macintosh gewährleistet werden. Dieser Computer war allerdings zu teuer und entsprach nicht den damals geltenden Vorstellungen eines professionellen Computers.
Mitte der 1990er Jahre war Apple am Tiefpunkt angelangt und stand kurz vor der Pleite bzw. einer Übernahme. Größtes Problem damals war das als veraltet betrachtete Betriebssystem des Apple. Zu der Zeit wurde man beim Marktanteil im Computer-Bereich eiskalt vom Konkurrenten Microsoft mit den Windows-Systemen überholt. Erst die Einführung des Betriebssystems Mac OS X ließ den Marktanteil von Apple wieder stetig steigen.
In der Folgezeit wurde die Palette der Computer erweitert um das MacBook und den iMac für Heimanwender sowie MacBook Pro und Mac Pro für die Profis. In jeder Rechnerlinie war immer ein Rechner für den mobilen sowie den stationären Einsatz. Da die Computer von Apple schon immer etwas teurer waren, wurde für das untere Preissegment noch der Mac mini veröffentlicht. Der heute am meisten verkaufte und bekannteste Apple-Computer ist der iMac, der auch mir seit mehr als 3 Jahren treue Dienste leistet.
Begann damit schon der Apple-Hype?
Nein, Mac-Computer sind eigentlich eher etwas für Grafiker, Desktop-Publisher sowie für die Musikproduktion und Videobearbeitung. Sie waren und sind für ihre Anwender schon immer etwas Besonderes und das wird sich auch nicht ändern. Wer einmal mit einem Mac gearbeitet hat und dessen Zuverlässigkeit kennen und schätzen gelernt hat, der weiß, wovon ich schreibe. Außerdem hat Apple die All-in-one-Computer populär gemacht. Dadurch hat der Nutzer nur ein einziges Gerät auf dem Tisch und nicht einen Bildschirm auf und noch ein Gehäuse unter dem Tisch. Des weitern entfällt der ganze Kabelsalat. Zum Hype haben eher andere Produkte beigetragen, die nicht gerade aus der grundlegenden Produktreihe von Apple kommen.
Den Anfang machte der iPod
Apple hat schon immer tief greifende Innovationen und durchdacht gestylte Produkte auf den Markt gebracht. Das erste kommerzielle Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche wurde 1983 mit Lisa eingeführt. Als die handelsüblichen Computer noch alle einfarbig in grau oder schwarz daher kamen, führte Apple 1998 den farbenfrohen und transparenten iMac ein. Der iPod setzte da noch einen drauf.
Am 23. Oktober 2001 wurde das erste iPod mit einer nur 1,8 Zoll messenden und 5 GB fassenden Festplatte vorgestellt. Zur Navigation wurde ein bewegliches Scrollrad benutzt. Dieses digitale Medienabspielgerät war sehr klein und hatte ein ansprechendes Design. Verwalten lässt sich das iPod von der kostenlosen Software iTunes aus dem eigenen Hause. Wie praktisch. Nach und nach fand Apples Produkt so den Einzug in die Ohren der Menschen und ist mittlerweile aus dem Bereich der Musikabspielgeräte nicht mehr wegzudenken. Die weiteren Modelle heißen iPod nano, iPod shuffle und iPod touch. So ist auch für jeden Interessierten etwas dabei, sozusagen für jeden Geschmack und Geldbeutel.
Das iPhone mischte dann alles auf
Auf der Macworld Conference & Expo stellt Steve Jobs am 9. Januar 2007 anlässlich seiner Keynotes (Hauptrede) das iPhone der Weltöffentlichkeit vor. In dieser Hauptrede (unter Fans auch Stevenotes genannt) bemerkte Jobs, dass Apple das Telefon neu erfunden habe. Am 29. Juni 2007 erfolgte der Verkauf in den USA und zwar exklusiv in rund 200 Apple-Stores und etwa 1.800 Verkaufsstellen des Netzbetreibers AT&T Wireless. Was für ein genialer Werbeschachzug. Das iPhone wird groß angepriesen und ist nicht überall sondern nur in speziellen Läden zu haben. Anfangs wurde diese Marketing-Maßnahme noch belächelt, aber bereits im 1. Quartal der Markeinführung wurden 1,4 Millionen Exemplare des nicht gerade billigen Gerätes unter das Volk gebracht. Seit dem 9. November 2007 ist das iPhone auch in Europa erhältlich. Alleine im Jahre 2008 wurden weltweit insgesamt 13,7 Millionen iPhones verkauft. Wenn das kein Erfolg ist. Von solchen Verkaufszahlen können andere Hersteller nur träumen.
Das nächste Erfolgsmodell ist das iPad
Anders als bei den vorherigen Keynotes von Steve Jobs wurde das iPad nicht anlässlich einer Macworld-Messe vorgestellt, sondern im Novellus Theater in San Francisco vor Vertretern der internationalen Presse. Am 27. Januar 2010 wurde das neueste Produkt aus dem Hause Apple präsentiert. Dieser Präsentation sind monatelange Diskussionen in Medien und Blogs vorausgegangen. Unter anderem wurde viel über den zukünftigen Namen spekuliert. Am 3. April 2010 war es dann endlich soweit, das iPad erblickte das Licht der Verkaufsstände. Aber nur kurz! Denn in den USA wurde das Gerät förmlich aus den Regalen gerissen und die ersten glücklichen Käufer kamen sogar ins Fernsehen und wurden von der restlichen wartenden Menge bejubelt. Inzwischen sollen sage und schreibe eine Million Exemplare verkauft worden sein. Seit dem 28. Mai 2010 ist das iPad auch in Deutschland erhältlich und der Ansturm der Interessierten hat selbst die kühnsten Erwartungen der heimischen Händler übertroffen.
Fazit
Durch innovative und durchgestylte Produkte schafft es Apple immer wieder die Massen von der behaglichen Couch in die Läden zu bekommen. Dazu trägt auch ein wenig der hohe Preis bei, denn es ist mittlerweile schick nicht geizig zu sein. Überdies geht Apple ein wenig vom Mainstream weg und erzeugt durch geschickte Werbung einen eigenen Hype.
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