Okt 14

Jepp, Ihr habt richtig gelesen. Trotz 21,4 Millionen Nutzern alleine in Deutschland stelle ich die provokante Frage, ob Facebook noch zu retten ist. Warum ich diese Frage stelle, erkläre ich in den folgenden Zeilen.

Eigentlich sprechen alle Fakten für Facebook. Seit der Veröffentlichung meines Artikels über die Facebook-Grundlagen am 28. Dezember 2010 wuchs die Zahl der Mitglieder rasant. Von weltweit 500 Millionen Nutzern im Juli 2010 bis auf 800 Millionen aktiver User, die gegenwärtig in der Statistik von Facebook genannt werden. Das ist ein Zuwachs von sage und schreibe 60 % innerhalb von nur 15 Monaten. Jeder Webseitenbetreiber würde bei solch einer Steigerung Luftsprünge machen und nicht fragen, ob sein Online-Auftritt noch zu retten ist.


Die aktuellen Zahlen für Deutschland sprechen auch für sich. Gemäß Auswertung einer bekannten Facebook-Plattform hat der Branchenprimus aktuell 21.466.920 aktive Nutzer. Diese Daten stimmen in etwa mit den 21.461.340 Mitgliedern eines beliebten geschäftlichen Blogs überein. Beide Werte werden direkt bei Facebook ausgelesen und können im Facebook Ads Planer eingesehen werden.

Aber es gibt einige Faktoren, die man nicht außer Acht lassen sollte und die die Entwicklung von Facebook hemmen und sogar negativ beeinflussen werden.

Der Sinn von Facebook

Als die sozialen Netzwerke das Licht des Internets erblickten, war es normal, dass man Freunde, Mitschüler oder Unternehmen kontaktiert und bei den diversen Anbietern zu seinem eigenen Netzwerk hinzugefügt hat. Dazu stand eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Die VZ-Clique für Freunde, StayFriends für die ehemaligen Mitschüler und Xing für die berufliche Vernetzung. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Und wie ist die Situation heute? Es scheint so, als gäbe es nur noch Facebook. Wer nutzt denn noch StudiVZ und Konsorten? Natürlich werden sie noch genutzt. Der durchschnittliche Deutsche ist bei 2,4 Netzwerken angemeldet. Aber bei welchem Anbieter sitzen die Heavy User denn ständig vor der Kiste, um den ganzen Tag zu spielen, zu posten und zu chatten? Das ist Facebook!

Was aber wird immer mehr Trend bei den meisten aktiven Mitgliedern von Facebook? Richtig, zu adden, also auf den “Gefällt mir-Button” oder den “FreundIn hinzufügen-Link” zu klicken. Richtig hipp ist zurzeit doch nicht der Nutzer, der sich mit seinen wirklichen Freunden vernetzt. Nein! Je mehr desto besser lautet die Devise seit einiger Zeit. Aber sind das im privaten Bereich alles Freunde, die man seiner bereits gewaltig angewachsenen Liste hinzufügt? Macht doch einfach mal den Test und fügt wildfremde Personen als Freunde hinzu. Ihr werdet staunen, wie viele Mitglieder Ihr auf einmal kennt. Macht das Sinn?

Facebook und der Datenschutz

Google ist ja schon als Datenkrake bekannt und berüchtigt. Seit einigen Jahren wird der Suchmaschinenriese wegen seiner Datensammelwut von Datenschützern regelrecht verfolgt. Dann kam Ende September 2011 der große Knall von Max Schrems. Der streitbare Österreicher hat bei Facebook die Herausgabe der über ihn gespeicherten Daten verlangt und letztendlich eine CD erhalten. Die Angaben zu seiner Person füllen ausgedruckt ganze 1.200 DIN A4-Seiten. Max Schrems ist kein Facebook-Hasser, sondern er möchte nur, dass sich das beliebte soziale Netzwerk an das Gesetz hält. Mittlerweile wird Facebook mit Anfragen von Mitgliedern überhäuft, die gerne wissen möchten, was über sie gespeichert wurde. Schrems und seine Mitstreiter haben auf ihrer Internetpräsenz eine Anleitung für ein Auskunftsersuchen an Facebook veröffentlicht.

Im April 2011 hat die deutsche Zweigstelle von Facebook wegen ihrer zweifelhaften Datenschutzrichtlinien den Big Brother Award 2011 erhalten. In der Jury sitzen mehrere namhafte Organisationen wie die Deutsche Vereinigung für Datenschutz, die Humanistische Union sowie der Chaos Computer Club. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser :-)

Facebook erhält starke Konkurrenz

Bis zum 28. Juni 2011 schien die Welt von Facebook noch in Ordnung. Dann kam Google mit einem neuen sozialen Netzwerk namens Google+ auf den Markt. Innerhalb kürzester Zeit haben sich so viele Interessierte angemeldet, dass Google die Reißleine zog und die Aufnahme neuer Mitglieder für einige Zeit stoppte. Nach zwei Wochen waren es weltweit bereits 10 Millionen und nach etwas über 3 Monaten schon 50 Millionen Nutzer. Für diese Mitgliederzahl hat Facebook fast 3 Jahre benötigt. Welche Macht mittlerweile hinter Google steckt, wissen wir ja.

Fazit

Mit meinem Artikel möchte ich Facebook nicht verdammen oder an den Pranger stellen. Vielmehr möchte ich eine These aufstellen, welche Faktoren so einen Riesen zu Fall bringen könnten und meiner Meinung nach auch werden.

2 Kommentare zu dem Artikel

⇒ Ist Facebook noch zu retten? ⇐
  1. Stefan schrieb am

    Ich denke, dass Google+ in paar Jahren Facebook überholen wird. Da G+ mit Google im Rücken viel mehr erreichen kann und wird!

  2. Daniel schrieb am

    Ich glaube nicht, dass Google+ Facebook überholen wird. FB hat einfach ein rießen Vorsprung. Wieso sollten Nutzer von einem funktionierenden Netzwerk in eines wechseln, wo ich mein Profil neu aufbauen muss und wo nur die wenigsten der Freunde sind?
    Für die meisten reicht ein soziales Netzwerk völlig und deshalb werden auch nur ganz wenige von FB zu G+ wechseln.

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