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Nach dem BGH-Urteil: wie sichere ich mein WLAN richtig?

Aufgeschreckt durch das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 12. Mai 2010 (AZ: I ZR 121/08) fragen sich im Augenblick viele unbedarfte Benutzer von WLAN besorgt, was sie machen müssen. Das Urteil ging zum Glück reichlich durch die Medienlandschaft, so dass auch der letzte Nutzer jetzt wissen sollte, dass es so nicht mehr weitergehen kann. In meinem heutigen Artikel möchte ich grundlegende Dinge über das beliebte WLAN ansprechen und ein paar Informationen zur Absicherung eines WLAN geben.


Was bedeutet WLAN überhaupt?

WLAN ist nichts anderes als ein lokales kabelloses Netzwerk (Wireless Local Area Network). Anstatt WLAN wird häufig, insbesondere in einigen anderen Ländern, auch der Begriff Wi-Fi verwendet.

Wie funktioniert WLAN?

Das Prinzip hierbei ist recht simpel. Ein Router schickt per Funk an alle Rechner im Empfangsbereich kleine Datenpakete. Diese Datenpakete enthalten unter anderem Informationen über die Art der Verschlüsselung sowie den Netzwerknamen. Standard für die Kommunikation in Funknetzwerken ist IEEE 802.11, eine vom Institute of Electrical and Electronics Engineers herausgegebene Norm.

Was sagt denn das Urteil des Bundesgerichtshofs aus?

Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung Nr. 101/2010 der Pressestelle des Bundesgerichtshofes: “Privatpersonen können auf Unterlassung, nicht dagegen auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden, wenn ihr nicht ausreichend gesicherter WLAN-Anschluss von unberechtigten Dritten für Urheberrechtsverletzungen im Internet genutzt wird”. Um rechtlichen Ärger zu vermeiden, solltet Ihr Euer WLAN so absichern, dass nicht jeder x-beliebige Nachbar über Euren Router surfen kann.

Wie werden WLAN verschlüsselt?

Ein Teil der Norm IEEE 802.11 ist WEP (Wired Equivalent Privacy), ein Sicherheitsstandard zur Verschlüsselung. Hierbei wird mit einem 40 Bit bzw. 104 Bit (auch 128 Bit genannt) langen statischen Schlüssel gearbeitet. Diese Verschlüsselung reicht aber nicht aus, um ein WLAN ausreichend zu sichern, und gilt deshalb als besonders anfällig. Um diese Verschlüsselung zu knacken, gibt es im Internet sogar frei erhältliche Programme. Wie praktisch!

Sicherer sind die Standards WPA und vor allem WPA2. Letzterer arbeitet mit dem Verschlüsselungsalgorithmus AES (Advanced Encryption Standard) und hat eine Schlüssellänge von 256 Bit. Also deutlich mehr als WEP und somit auch sicherer.

Wie kann ich mein WLAN absichern?

Die Einstellung zur Absicherung des WLAN könnt Ihr entweder mit Hilfe der mitgelieferten Software des Routers oder per Internet-Browser direkt im Konfigurationsmenü des Routers vornehmen. Den genauen Ablauf findet man in der Bedienungsanleitung. Nachfolgend die wichtigsten Einstellungen um sein WLAN abzusichern

Passwort festlegen

Bei der Einrichtung des WLAN legt der Nutzer einmalig ein Passwort fest. Dieses wird auch Pre-shared Key (PSK) genannt. Dieses Passwort handelt für jede Sitzung einen Schlüssel zwischen dem Router und dem Computer aus. Übereinstimmend muss dieses Passwort auch an jedem Endgerät eingegeben werden, sonst steht man sozusagen vor der Tür. Wie wichtig sichere Passwörter sind, habe ich in einem anderen Artikel umrissen. In jedem Fall sollte das werkseitig eingerichtete Passwort geändert werden.

Aktivierung mit einer sicheren Verschlüsselung

Wer sich gerade einen neuen Router gekauft hat, der kommt bereits in den Genuss einer Verschlüsselungsmethode wie WPA oder WPA2 und muss sich keine weiteren Gedanken über die Verschlüsselung machen. Wer noch einen älteren Router besitzt, muss diesen nicht in jedem Fall in die Tonne werfen. Bei vielen Geräten hat man als Benutzer die Möglichkeit die Verschlüsselungsmethode zu ändern, diese sollte dann mindestens WPA sein.

Name des WLAN ändern oder nicht anzeigen lassen

Die meisten Router sind werkseitig mit einem Namen (SSID = Service Set Identifier) eingestellt. Die SSID-Zeichenfolge kann bis zu 32 Zeichen lang sein. Dieser Name ist im neuen Zustand meistens der Gerätename und sollte geändert oder komplett leer gelassen werden.

Alle drei Methoden zur Absicherung des WLAN lassen sich mit ein paar Klicks einfach bewerkstelligen und schützen vor Ärger mit der Justiz.

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