Das Linux Betriebssystem

Anlässlich meiner Umschulung zum IT-Systemkaufmann habe ich im Jahre 2000 erstmals das Betriebssystem Linux installiert. Was zu der Zeit noch ein wenig umständlich war, ist mittlerweile durch ständige Verbesserungen und die Entwicklung der unterschiedlichen Linux-Distributionen für den Benutzer immer komfortabler geworden.

Über die Grundlagen von Linux möchte ich heute schreiben. Zudem stelle ich Ihnen die beiden gängigsten Linux-Distributionen vor.

Wann entstand das Betriebssystem Linux?

In der Newsgroup comp.os.minix kündigte der finnische Student Linus Benedict Torvalds am 26. August 1991 die erste stabile Version eines freien Unix-ähnlichen Betriebssystems für den PC an. Kurze Zeit später (17. September 1991) stellte Torvalds den Kernel mit der Versionsnummer 0.01 online. Der Quellcode umfasste die lächerlich geringe Anzahl von 10.000 Zeilen.

Im Januar 1992 wurde Linux unter die GNU General Public License gestellt. Das GNU-Projekt wurde von dem amerikanischen Programmierer Richard Stallmann gegründet, der sich zum Ziel setzte ein freies Betriebssystem zu entwickeln. Das GNU-Projekt hat seinen Namen aus „GNU is not Unix“.

Die stabile Version 2.6 wurde ab Dezember 2001 entwickelt und ist die derzeit aktuelle Ausführung des Linux-Kernels.

Linus Torvalds ist derzeit bei der Linux Foundation angestellt und organisiert noch immer die weitere Entwicklung des Linux-Kernels. Die Linux-Foundation wurde mit dem Ziel gegründet, das Wachstum von Linux zu fördern und zu unterstützen. Zurzeit gehören mehr als 70 Unternehmen aus dem IT-Bereich zu dem gemeinnützigen Konsortium. Darunter sind z.B. so namhafte Unternehmen wie HP, IBM, Siemens, AMD, Hitachi und Motorola. Selbst Google lässt durch den Programmierer Andrew Morton am Kernel von Linux arbeiten.

In seiner Anfangszeit war Linux wohl eher etwas für Nerds (Bezeichnung für Computerfreaks). Die Entstehung von grafischen Benutzeroberflächen sowie die Entwicklungen von diversen auf den Desktop ausgelegten Linux-Distributionen ermöglichen auch dem PC-Anfänger eine einfache Installation und Handhabung dieses kostenlosen Betriebssystems.

Warum heißt Linux überhaupt Linux?

Linus Torvalds wollte sein Betriebssystem eigentlich Freax nennen. Das gefiel Ari Lemmke aber ganz und gar nicht. Lemmke war damals Assistent an der technischen Universität in Helsinki, an der Torvalds Informatik studierte. Er stellte ihm Platz für sein Betriebssystem Linux auf dem FTP-Server der Universität zur Verfügung, damit die Öffentlichkeit darauf zugreifen konnte. Lemmke benannte den für Torvalds reservierten Bereich am Server der Universität ohne Absprache mit dem Erfinder einfach Linux. Damit später keine Schwierigkeiten aufkommen konnten, akzeptierte Torvalds den Namen.

Warum ziert ein Pinguin das Logo von Linux?

Der Besuch eines Aquariums 1993 anlässlich einer Australienreise Linus Torvalds war sozusagen entscheidend für die Tux, das Logo von LinuxAuswahl eines Pinguins als offizielles Maskottchen des Linux-Kernels. Sein Name Tux ist eine Ableitung aus Torvalds UniX und wurde von James Hughes vorgeschlagen. In der Biografie von Linus Torvalds wurden die Bedingungen für das Maskottchen folgendermaßen beschrieben: „Sein Pinguin sollte glücklich aussehen, so als hätte er gerade eine Maß Bier genossen und den besten Sex seines Lebens gehabt.“ Der ursprüngliche Entwurf für den glücklichen Pinguin wurde von dem Programmierer Larry Ewing erstellt. Für Linux-Fans gibt es eine nette Tux-Galerie.

Was macht Linux so besonders?

Linux ist als Desktop-System aufgrund der strengen Unterteilung der Zugriffsrechte ein sicheres Betriebssystem. Während sich Würmer und Viren auf einem Windows-Rechner munter verbreiten, können die Funktionsprinzipien dieser Computerschädlinge bei Linux-Systemen nicht greifen. Zudem sind die meisten Linux-Distributionen kostenlos erhältlich und einfach zu handhaben.

Was genau sind die Linux-Distributionen?

Eine Linux-Distribution ist eine Zusammenstellung des Linux-Kernels mit verschiedener Software. Die unterschiedlichen Distributionen gibt es für jeden erdenklichen Bereich. Diese werden durch Gruppen von Entwicklern oder auch von kommerziellen Firmen sowie gemeinnützigen Institutionen entwickelt. Die meisten Linux-Distributionen enthalten eine Paketverwaltung (Programm zur Verwaltung von Software), einen Boot-Manager (für den Einsatz mehrerer Betriebssysteme), eine grafische Benutzeroberfläche (z.B. KDE, GNOME) sowie Office-Pakete, E-Mail-Programme, Browser, Bildbearbeitungssoftware und vieles mehr. Vertrieben werden die Distributionen im Normalfall über die Website der Anbieter. Wenige Firmen haben durch Linux-Distributionen eine Marktlücke entdeckt und wollen kräftig daran verdienen.

Hier möchte ich jetzt zwei kostenlose Linux-Distributionen kurz vorstellen.

OpenSUSE

Diese Linux-Distribution kommt aus dem Hause der Novell-Tochter Suse Linux GmbH. Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1994 zurück. Die zentrale Schnittstelle bei OpenSUSE stellt das hauseigene YaST (Yet another Setup Tool) dar. Mit Hilfe von YaST werden alle Installationen und Konfigurationen vorgenommen. Weiterhin im Paket enthalten sind z.B. der Firefox als Standardbrowser sowie Open Office als Büro-Software und GIMP als Bildbearbeitungsprogramm. Die Installation von OpenSUSE ist denkbar einfach und auch für den normalen PC-Benutzer zu bewältigen. Einfach das Image herunterladen, auf eine DVD brennen und installieren.

Ubuntu

Das Unternehmen Canonical Ltd. von der Isle of Man ist Sponsor und Unterstützer der Linux-Distribution Ubuntu. Trotz der im Vergleich mit OpenSUSE späten Veröffentlichung am 20. Oktober 2004 hat Ubuntu bereits einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Auch hier kann das Betriebssystem einfach von der Website heruntergeladen und installiert werden.

Fazit

Linux ist ein kostenloses und sicheres Betriebssystem. In der Zukunft wird es sich aber als Betriebssystem für die Masse nicht durchsetzen, da sich die meisten Benutzer eine Linux-Installation nicht zutrauen. Wer allerdings ein wenig mehr Erfahrung am Rechner hat, der sollte Linux ruhig einmal ausprobieren.

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Meine Name ist Andreas Karstens. Beruflich bin ich selbständiger EDV-Dozent. Meine Kunden gehören fast ausschließlich der Generation 50plus an, weshalb ich im Dezember 2014 meinen bisherigen Tech-Blog auf dieses Thema neu ausgerichtet habe.

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