Datenrettung, aber wie?

Im letzten Monat habe ich bereits über die Grundlagen der Datensicherung an einem Personal Computer geschrieben sowie das kostenlose Backup-Programm Tray Backup vorgestellt. Heute geht es um die Datenwiederherstellung bzw. die Datenrettung am Beispiel einer Festplatte mit einem Windows-Betriebssystem. Denn ein kompletter Datenverlust ist für jeden Computernutzer ein Alptraum.

Was bedeutet Datenrettung überhaupt?

Als Datenrettung wird die Wiederherstellung gelöschter oder beschädigter Daten auf Datenträgern wie zum Beispiel einer Festplatte oder einem USB-Stick bezeichnet. Das Thema „Daten retten“ taucht leider immer erst dann auf, wenn es vielfach schon zu spät ist. Jetzt stellt sich die Frage, wie man an seine Daten kommt.

Welche Ursachen können zu einem Datenverlust führen?

Bei Festplatten kann es sich um mechanische, elektronische oder logische Schäden des Dateisystems handeln. Die Ursachen für einen Datenverlust können vielfältig sein. Gehen wir einmal davon aus, dass der Computer nicht gestohlen oder durch ein Feuer vernichtet wurde. Dann reichen die Gründe immer noch von einem Befall durch einen Computervirus über korrupte Dateien bis hin zu einem Festplattencrash. Drohende Defekte oder Verschleißerscheinungen der Festplatte werden durch S.M.A.R.T. (Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology) frühzeitig erkannt. Dieser Industriestandard ist in den meisten Computerfestplatten eingebaut und ermöglicht die permanente Überwachung wichtiger Parameter.

Was sollte ich bei einem Defekt der Festplatte machen?

Zunächst einmal Ruhe bewahren. Es gibt nichts Schlimmeres als einen panischen Computernutzer, der seine gesamten Daten verloren glaubt.

Ist an dem Computer nichts Außergewöhnliches zu beobachten, können seltsame Geräusche der Festplatte oder Schmorgeruch auf einen Hardwaredefekt hinweisen. Dann nicht selbst Hand anlegen, sondern die Festplatte zu einem Spezialisten bringen. Daten auf solchen Festplatten sind nur noch im Labor zu rekonstruieren. Teilweise arbeiten diese spezialisierten Unternehmen mit so genannten Reinraum-Laboren, in denen die Konzentration luftgetragener Teilchen so gering wie nötig gehalten wird.

Andere Defekte kann man häufig auch selbst beheben. Im Folgenden möchte ich zwei Beispiele für logische Festplattendefekte nennen.

Fehlermeldungen „Nicht Formatiert“ oder „Nicht lesbar“

Ursache hierfür ist ein beschädigter Bootsektor. Diesen logischen Defekt kann man beheben, indem der Bootsektor manuell editiert wird. Das geht mit Hilfe eines Hexeditors wie zum Beispiel dem kostenlosen DF HEXEditor.

Aktive Partition wird nicht gefunden

Das Betriebssystem des Computers sieht die Festplatte als logisches Laufwerk. Man kann auf einer Festplatte mehrere logische Laufwerke (Partitionen) einrichten, die im Master Boot Record (MBR) verwaltet werden. Ist diese Tabelle beschädigt, können die Laufwerke auch nicht mehr erkannt werden und der Computer startet im schlimmsten Fall gar nicht mehr.

Abhilfe schafft eine Korrektur der Tabelle mit Hilfe der Wiederherstellungskonsole bzw. Systemwiederherstellungsoptionen von Windows. Voraussetzung hierfür ist ein Zugang mit Administrationsrechten. Zuerst im BIOS einstellen, dass der Computer von der CD gestartet wird. In der Wiederherstellungskonsole erzeugt die Eingabe „fixboot“ einen neuen Startsektor auf der Systempartition und die Eingabe „fixmbr“ repariert den Master Boot Record der Startpartition. Diese Befehle gelten bis einschließlich Windows XP. Ab Windows Vista einfach ein „bootrec /“ davor setzen.

Computervirus

Auch ein Computervirus kann der Grund für einen Datenverlust sein. Auf diese spezielle Ursache eines Datenverlustes gehe ich in einem späteren Artikel näher ein.

Programme zur Datenrettung

Sollten Daten aus Versehen gelöscht worden sein, so gibt es Programme die bei der Datenrettung helfen können. Als Programm PC Inspector File Recovery Beispiel möchte ich das kostenlose Programm PC Inspector File Recovery nennen. Es kann problemlos gelöschte Dateien auf Partitionen mit FAT 12/16/32 und NTFS wiederherstellen. Die gefundenen Dateien lassen sich mit original Uhrzeit und Datum rekonstruieren. Voraussetzung für die Datenrettung ist, dass die betreffenden Sektoren noch nicht mit neuen Daten überschrieben wurden.

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Meine Name ist Andreas Karstens. Beruflich bin ich selbständiger EDV-Dozent. Meine Kunden gehören fast ausschließlich der Generation 50plus an, weshalb ich im Dezember 2014 meinen bisherigen Tech-Blog auf dieses Thema neu ausgerichtet habe.

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