Street View Google

Seit dem 18. November 2010 sind also die deutschen Städte Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal nun öffentliches Foto-Allgemeingut bei dem Datenriesen Google.

Pünktlich zum Sommerloch im August gab es hohe Wellen, weil Google zigtausend Häuserfassaden ungefragt abgelichtet hatte und der Start von Street View kurz bevorstand. Bürger fühlten sich in ihrer Privatsphäre verletzt. Verbraucherschützer gingen auf die Barrikaden und Datenschützer beschwerten sich, da sie den Datenschutz ausgehebelt sahen. Deutschlands Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sagte dem Focus, dass Street View eine “flächendeckende Foto-Aktion” sei und nicht weniger “als eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre”. Meldungen, dass Einbrecher diesen Dienst als zukünftiges Werkzeug für ihre Beutezüge nutzen könnten, häuften sich und verwirrten viele Menschen noch mehr. Bis zum Ende der Einspruchsfrist hatten sich mehr als 240.000 Häuslebesitzer bei Google gemeldet und ihre Behausung verpixeln lassen.

Google Street View spaltet also die Nation?

Bereits nach den ersten Tagen kann man sagen, dass der Zusatzdienst Google Street View ein voller Erfolg und die anfängliche Angst vieler Männchen Google Streets ViewMenschen völlig unbegründet ist. Seit Donnerstag wurden mehr als doppelt so viele Bilder aufgerufen wie an normalen Tagen. In keinem der anderen Länder, in denen Google Street View verfügbar ist, hat es am ersten Tag so viel Interesse gegeben wie in Deutschland. Für viele Nutzer gehört es mittlerweile zum Alltag, das kleine gelbe Männchen auf einen Bereich von Google Maps zu ziehen und in der Wunschstadt praktisch umherzufahren. Viele Hausbesitzer, deren Häuser unkenntlich gemacht wurden, wollen ihren Besitz nun stolz präsentieren. Internetseiten, Magazine und Zeitungen sind voll mit lustigen und skurrilen Fotos von Street View. In diversen Büros sind E-Mails mit solchen Bildern der Renner schlechthin.

Aber was ist mit den Ängsten der Zweifler?

Mehr als 240.000 Menschen haben ihr Haus also unkenntlich machen lassen. Jetzt sieht man zwar nicht mehr das Haus, weiß aber über seinen verpixelten Nachbarn Bescheid. Denn dieser gehört jetzt zu den generellen Skeptikern. Er will nicht, dass man sein Haus betrachtet. Durch den Hype bei vielen Nutzern um Street View wird genau das Gegenteil von dem erzielt, was diese Menschen eigentlich wollten. Anonym bleiben.

Wie steht es mit den Einbrechern?

Die Häuser wurden durch die Google-Kamerafahrzeuge zwischen dem Sommer 2008 und dem Frühjahr 2010 abgelichtet. Die daraus resultierende “Nicht-Aktualität“ kann für Einbrecher oder sonstige zwielichte Gestalten also kein kolossales Werkzeug für gesetzeswidrige Tätigkeiten sein.

Was bleibt denn noch?

Dass Google neue und mehr Daten speichert? Diese Aussage kommt wahrscheinlich von denen, deren bevorzugte Suchmaschine Google ist, die ihren E-Mail-Verkehr über Google Mail abwickeln, die sich ihre Urlaubsorte mit Hilfe von Google Earth betrachten, die sich auf YouTube (auch dieser Dienst gehört seit November 2006 dem Datenriesen) Videos anschauen oder die kostenlosen Statistiken von Google Analytics auf ihrer Homepage eingebaut haben. Die Menschen, die im Internet unterwegs sind, sollten sich mehr Gedanken über ihre privaten Daten bei Facebook, Twitter und anderen Diensten machen, die sie allzu häufig und zu leichtfertig für die Öffentlichkeit freigeben. Bei diversen Online-Diensten kann man nachschauen, was über die eigene Person so alles im Internet gespeichert ist.

Wie verwende ich Street View in Google Maps?

Hierzu gibt es ein nett gemachtes Video!

 

Fazit

Natürlich, die Anonymisierung arbeitet noch nicht ganz astrein und bei der Verpixelung von Häusern sind etliche Fehler zu verzeichnen. Aber generell ist Google Street View ein netter Zeitvertreib und kann helfen, die eine oder andere Frage zu beantworten.

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Meine Name ist Andreas Karstens. Beruflich bin ich selbständiger EDV-Dozent. Meine Kunden gehören fast ausschließlich der Generation 50plus an, weshalb ich im Dezember 2014 meinen bisherigen Tech-Blog auf dieses Thema neu ausgerichtet habe.

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