Was ist ein Antivirenprogramm?

Heute geht es mit einem Artikel in einem Bereich weiter, der uns alle angeht – Antivirenprogramme. Gut, die Linux- und Mac-Besitzer können jetzt sozusagen ihre Lesetätigkeit an meinem Artikel beenden. Für diese beiden Betriebssysteme gibt es zwar auch Computerviren, allerdings sind die Systeme nicht so anfällig und die Viren nicht so weit verbreitet wie bei Microsofts Virenspielwiese Windows. Gerade die Nutzer von Windows-Systemen haben immer wieder mit diesen kleinen Plagegeistern ihre lieben Probleme. Für diese Leser ist dieser Artikel gedacht.

Was ist ein Antivirenprogramm?

Ein Antivirenprogramm (Virenscanner) ist eine Software zur Bekämpfung bzw. zum Aufspüren von Computer-Schädlingen aller Art. Insbesondere Computerviren, Trojanische Pferde (Trojaner) sowie Computerwürmer können erkannt, blockiert, in Quarantäne verschoben und beseitigt werden.

Wie gehen Antivirenprogramme vor?

Die meisten Antivirenprogramme nutzen eine Kombination aus einem Echtzeitscanner und einem manuellen Scanner. Der Echtzeitscanner ist im Hintergrund permanent aktiv und scannt Dateien, Arbeitsspeicher, Programme sowie den Protokollverkehr (z.B. HTTP und FTP). Der manuelle Virenscanner wird entweder zeitlich gesteuert oder der Scanvorgang muss vom Benutzer manuell gestartet werden. Dieser scannt sämtliche Dateien auf der Festplatte oder aus selbst gewählten Ordnern.

Was sollte ich als Nutzer machen?

Zuerst einmal ein Antivirenprogramm auf dem Rechner installieren, eine Rettungs-CD erstellen und einen Festplattenscan durchführen. Ein Festplattenscan sollte einmal wöchentlich durchgeführt werden. Zum Glück für die meisten Benutzer laufen bei guten Antivirenprogrammen die Updates der Programmpakete sowie der Virensignaturen mittlerweile automatisch im Hintergrund ab.

Werden alle Computerviren von einem Antivirenprogramm erkannt?

Wenn es so einfach wäre, dann hätten die Hersteller von Antivirenprogrammen schon längst den Kampf gegen die Programmierer von Computerviren gewonnen. Das größte Problem liegt wie so häufig beim Benutzer selbst. Was nützt mir ein Antivirenprogramm, wenn ich die aktuellen Virensignaturen nicht aus dem Netz lade, das Programm nicht anständig bedienen kann, jedes Programm einer Heft-CD auf meinem Rechner installiere oder alles im Internet anklicke, was toll aussieht?

Ein anderes Problem ist der kurze Zeitraum, in dem neue Schadsoftware in Umlauf gebracht wird. Wenn man sich einmal vor Augen führt, dass pro Tag zwischen 20 und 30 neue Schädlinge hinzukommen, dann sind das monatlich zwischen 600 und 1.000 Schädlingen, die an unseren Computer wollen. Die Hersteller der Antivirenprogramme hinken in dem Bereich bisher immer hinterher.

Ein Ansatz um diesem Umstand zu begegnen ist die heuristische Suche, mit deren Hilfe allgemeine Merkmale von Computerviren erkannt werden.

Was kann es für Probleme mit einem Antivirenprogramm geben?

Am häufigsten wird hier die Reduzierung der Rechnergeschwindigkeit genannt. Da das Antivirenprogramm die Dateien zunächst anschaut, kommt es zu einer zeitlichen Verzögerung bei der Ausführung von manchen Anwendungen.

Als nächster Kritikpunkt werden die „Fehlalarme“ angeführt. Nicht jedes entdeckte Computervirus ist auch tatsächlich ein Virus. Sie können Ihr Antivirenprogramm mit Hilfe der EICAR (European Institute for Computer Antivirus Research)-Testdatei überprüfen. Die Datei ist gutartig und richtet keinerlei Schaden auf Ihrem Rechner an. Man kann aber mit dieser Datei sein Antivirenprogramm auf korrekte Funktion testen.

Was kosten Antivirenprogramme?

Es gibt eine ganze Reihe kostenloser Virenscanner, die aber in ihrer Funktionalität etwas eingeschränkt sind. Das werde ich aber in einem weiteren Artikel thematisieren. Die kostenpflichtigen Programme fangen bei etwa 20,00 Euro an.

Fazit

Antivirenprogramme unterstützen die Sicherheit auf dem Rechner. Man sollte sich aber niemals blind auf Virenscanner verlassen. Erst einmal über die eigene Einstellung zur Datenherkunft nachdenken und nicht allem und jedem vertrauen.

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Meine Name ist Andreas Karstens. Beruflich bin ich selbständiger EDV-Dozent. Meine Kunden gehören fast ausschließlich der Generation 50plus an, weshalb ich im Dezember 2014 meinen bisherigen Tech-Blog auf dieses Thema neu ausgerichtet habe.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Karstens,

    was tun, wenn das Sicherheitssystem bei Windows XP trotz neu installierten Virenschutz – die neueste kostenlose Version von Avira Antivir – fehlenden Virenschutz meldet?
    Über einen Hinweis wäre ich Ihnen wirklich dankbar und bitte, um Antwort. Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen Gudrun Zanger

    • Hallo Frau Zanger,

      entschuldigen Sie bitte meine späte Antwort, aber ich war ein paar Tage im Urlaub, muss auch mal sein.

      An Ihrer Stelle würde ich als Erstes das Betriebssystem auf eine neuere Version aktualisieren.

      Gruß
      Andreas Karstens

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